Alles was in dieser Richtung unternommen wird, dient ausschließlich zum Erhalt und zur Förderung dieses Kulturgutes. 

Die über Jahrhunderte ortsbezeichnende Mundart, auf die man von Dorf zu Dorf so stolz war, ist fast für immer verschwunden. Es fehlt ihr scheinbar die Notwendigkeit, aber schon Goethe sagte: Diese Sprache ist das Element, das aus der Seele spricht und das hat heute noch unverändert Gültigkeit.

Zur Hansezeit war Platt eine Welthandelssprache und hat große Humoristen hervorgebracht. Immer hat plattdeutscher Humor zeitlos gültige Lebensweisheiten und zugleich ernsthaftes zum Inhalt. Beeindruckend ist die außerordentlich kurze und treffende Form, mit der so viel gesagt wird. In den Hinterstübchen der Gedächtnisse sind noch die alten prägnanten Ausdrücke vorhanden, sie müssen wieder geöffnet, hervorgeholt und gesprochen werden. Die plattdeutsche Sprache ist keine Sprache der Schwatzhaftigkeit, tendiert mehr zur Ehrlichkeit und ist nicht so verletzend!

Das ostfälische Platt unserer Heimat, das Wort, das bei uns nie verklingen sollte, man hört es leider nicht mehr oft, ja ganz selten nur noch.

Leider ist der Lehrstuhl für niederdeutsche Sprache an der Universität Göttingen nicht mehr vorhanden, doch Sprache ist Heimat. Nur noch wenige Lehrer beherrschen die plattdeutsche Sprache, die Sprache wird immer mehr verdrängt. Der Einbecker Schwank- und Heimatdichter Wilhelm Henze hatte in seinem ganzen Leben eine große Liebe zu Einbeck und besonders in seinen alten Tagen Heimweh nach seiner Vaterstadt.

Die Sprache verbindet die Menschen und jeder hat das richtige Platt und das ist da, wo er wohnt, dieses meint jedenfalls,

Karl-Heinz Köke, Plattdeutscher Freundeskreis im Sollingverein

Ein bekanntes Lied auf Söwershuisch Plattduitsch:

                                                        

Wö etet nennen Käise,                                               Wö küret geerne plattduitsch,

wö etet nennen Speck,                                               dat weut eun jedes Kind,

wö etet Zwetschenmäus,                           wö küret et seu lange,

denn were wö auk nich fett.                     wie wö upp Erden sind.

Wö führet nich noahn Nordpol,                              Refrain:

wö führet nich noah Moand,                    Dat wö plattduitsche Söwershiusche sind, halli, hallo

wö blöbet in Söwershiusen,                     dat weut eun jedes Kind,

dat sind wö säu gewuhnt.                          wö riutet Bäume iut, halli, hallo, wue nenne sind.

                                                                             

Wö waschet nenne Foite,                         

wö waschet nenen Biuk,                                           

wö waschet nenne Hoare

dat is bei ösch nich Briuk.          

                                                                                                                            

Wö drinket geerne Briuse,                       

wö drinket geerne Wöön,                         

wö drinket geerne alläine,                       

un auk geerne täu tweut.                         

Wö danzet geerne Polka,

wö danzet geerne Twist,

wö tanzet bet dei Affsatz,

ösch affefallen is.

 

Söwershiusen, mööne Welt

                                                           von Willi Heise

 

Ach, wie haul ´ eck graut up deck,

böäse Wuure kränket meck,

wehrst denn oftmoals säu entstellt:

Söwershiusen, mööne Welt, Söwershiusen, mööne Welt.

 

Still sett´ eck meck up deu Bank;

woahr möön Smolte, dat sä´u blank,

Glockenklang dring´t   tä´u meck her,

leube Gott, wat briuk eck mehr?!

 

Sitt´ hö´er woll noch mannig Moal,

seu´h meck satt, möön goldig Doal;

un de Boarbarg nick´t meck tä´u:

söö tefrien, dat blifft auk sä´u !

 

Wenn möön Lieb´n tä´u Enne geiht,

wat de Herrgott längst all weut,

fällt et swoar, dat te verstoahn:

Hai, diu bliffst, doch eck mätt goah´n !

 

 

Text und Bericht zu den Aufnahmen:

Die Aufnahmen zeigen die Teilnehmer der Zusammenkunft des Plattdeutschen Freundeskreises am 30.01.2013 bei Maschi´s mit

Wilfried Oppermann, der hier seine historische Bildersammlung von Sievershausen, in die er sehr viel Zeit und Arbeit investiert hat, vorführt und kommentiert.

Ein hoch interessanter und gemütlicher schöner Abend, er hätte mehr Zuspruch verdient gehabt.

Nochmals einen Dank an Wilfried Oppermann für seine Hilfsbereitschaft und gut gemeinte Unterstützung der Plattdeutschen Freunde!