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Eröffnungsrede des Vors. Sollingverein Sievershausen Armin Ristau am 10. August 2013 anlässlich des Scheunenrichtfestes

Liebe Sollingfreunde, ein ganz herzliches Willkommen heute an diesem besonderen Tag in unserer 85-jährigen Vereinsgeschichte.

Mit „liebe Sollingfreunde“ meine ich Sie Alle! Damen wie Herren, Besucher, Freunde, Förder und Mitglieder des Vereins. Die Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft, die uns während dieser Zeit so positiv begleitet haben begrüße ich besonders, aber - das sehen Sie mir nach -auch in cumulo. Unseren Sponsoren sowie vielen vielen Helfer an dieser Stelle ein dickes Lob und unseren aufrichtigen Dank. Urlaubsbedingt konnten einige wenige nicht teilnehmen, hierfür haben wir natürlich Verständnis.

Im Rahmen der anschließenden Grußworte erhalten die hier in Summe genannten die Gelegenheit zu einer Begrüßung.

Zum heutigen Tag

Erstmals haben wir in unserem Verein ein Richtfest in dieser Größenordnung zu feiern. Gab es früher auch große Arbeitseinsätze (ich erinnere nur an die Heinrichshütte oder die Schutzhütte im Hai, am Wasserbehälter oder am Kindergarten.) so haben wir uns jetzt in eine neue Dimension vorgewagt, wo jeder den Hut zieht vor dieser gigantischen Gemeinschaftsleistung.

Die Sievershäuser Bürger im Sollingverein sind immer für eine Überraschung gut.

Das haben Sie sicher schon vorher gewusst, aber heute wird es ganz besonders deutlich. Wir haben ja zu einem Richtfest eingeladen und irgendwie sind wir schon viel weiter: Mit Fußboden und Dach, mit Giebel und Außengelände haben wir hier ein gemütliches Ambiente geschaffen. Um das heute hier hinzubekommen waren sehr viele Überlegungen, Helfer, freiwillige Stunden und Gelder für Material notwendig. In einem Auf- und Abbau Team von 8 bis 18 Personen haben wir dies erreicht. In einer ersten Überschlagsrechnung bin ich auf insgesamt 6 000 freiwillig geleistete Stunden gekommen. Hierfür bitte ich um Ihren Applaus!

Viele haben viel getan, einzelne sehr viel, manche auch zu viel, andere in andere Weise gestützt und unterstützt. Ich danke allen Geld-Sach- und Lebenszeitspender und bin gerührt. Wenn freiwillig gespendet wird für eine gute Sache, sind wir auf dem richtigen Weg. z.B. Geldüberweisungen für die Lagerscheune von Privat, Kuchen und Getränke für die Arbeiter, von Personen, die altersbedingt nicht mehr mithelfen konnten; Sachspenden, wie dieser geschnitzte Wolf oder das Geweih eines nach dem Krieg gewilderten Rothirsches (der vom damaligen Förster beschlagnahmet wurde).

Es soll/und ist eine tolle Gemeinschaftsleistung und so war es der Wunsch des Teams Lagerscheune, das keiner heute hier stellvertretend bedacht wird. Seien Sie aber versichert, dass wir in der Vereinschronik und bei der noch ausstehenden Helferfetè dies zu würdigen wissen.

Wie es begann

Vor 18 Monaten (am 25.1.2012) waren in der Niederschrift zur Vorstandssitzung unter TOP 4 -Sonstiges die beiden folgenden Sätze zu lesen: „ Der 1. Vorsitzende berichtet: Das Projekt im Hochsolling zur Erforschung der Waldschäden durch den sauren Regen wird beendet. Wir haben die Möglichkeit, bei kostenlosem Abbau eine oder zwei Hallen aus Holzleimbindern zu erhalten.“

Dem glücklichen Umstand der Personalunion des 1. Vorsitzenden der gleichzeitig der zuständige Revierförsterei ist, war es zu verdanken, das der Sollingverein zu den ersten Anwärtern auf eines der insgesamt 3 Dachflächen wurde. Am Anfang waren noch viele Bewerber da. Und letztlich war der Sollingverein Sievershausen, der einzige, der es geschafft hat, die Halle 1: 1 wieder zu errichten.
(Die beiden anderen Dächer sind auch mittlerweile entfernt, aber nicht mit dem Ziel des Wiederaufbaus in gleichem Zustand. So wurden die Holzelemente an den Metallverbindern abgetrennt und die Hallen eher ausgeschlachtet.

Wie ging es weiter?

Die Örtlichkeiten im Wald wurden mit einer kleinen Bautruppe des Vereins besichtigt. Ergebnis: Ja- es ist machbar, eine Woche Arbeit , alle Schrauben sind gelöst, die Dachelemente und Dichtungen gelockert und abgehoben und das Dach ist abgebaut.

Die Entscheidung zum Abbau viel rasch und war für den Verein ja erst einmal kostenneutral. In einem ersten Arbeitsschritt sollte das Dach abgebaut, nach Sievershausen geholt und eingelagert sein. Anschließend sollte eine außerordentliche Mitgliederversammlung beraten, ob wir Vereinsmittel in den Wiederaufbau stecken wollten.

Am 28.April 2012 erhielten wir von der Universität Göttingen, dem Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung und hier von der Sektion Waldökosystemforschung die Zusage der Demontage der Dachkonstruktion.

Vor einem Jahr ging es dann los: Es mussten Strom- und Wasserleitungen abgebaut werden und das mit Bäumen bestandene Gelände bot manche Herausforderungen, gerade für das vorsichtige Niederbringen der halben Dachträger. Hier war viel Geschick, Umsicht, Vorsicht und Rücksicht notwendig und es hat alles geklappt. Es gab einige kritische Situationen und bei Nässe konnte nicht gearbeitet werden, da die Dächer dann sehr glatt waren. Nach vier Wochen lag die Halle am Boden, 1,1 Tonnen Metall wurde abgebaut und die Trägerelemente mit dem Lkw nach Sievershausen verbracht und winterfest eingelagert.

Alternativ wollten wir die Materialien im Internet verkaufen, falls es zu keiner Mehrheit für den Wiederaufbau kommen sollte. Die Versammlung am 30.11.2012 gab einstimmig grünes Licht für den Plan „Bau einer Lagerscheune“:

Parallel konnte in Gesprächen mit den Bürgermeistern, dem Bauamt der Stadt Dassel, und mit dem TSV Sievershausen die Örtlichkeit für die Errichtung lokalisiert werden. Mit dieser Lage -quasi noch in der Dorfmitte aber auch etwas abseits- haben wir einen weiteren Glücklichen Umstand für diese Erfolgsgeschichte vorgefunden. Auch die Finanzierung nahm Gestalt an: Eine erste Grobplanung ging von 12.- bis 15.000 Euro Materialkosten in drei Bauabschnitten aus; eine verfeinerte Planung jetzt von 25.000. Euro. So wurde z.B. das Pflaster nicht aus Resten hergestellt sondern neu angekauft. Auch die Baugrundbefestigung verschlang mehr Material als angedacht, um dauerhaft die Entwässerung zu sichern. Wie die Halle hier steht sind rd. 50% der Mittel ausgegeben. Je zur Hälfte Eigenmittel und Födergelder der Institutionen, die in der Presse verkündet worden sind.

Ich danke allen für diesen Erfolg.

Gemeinsam zu arbeiten, Spaß und sichtbare Erfolge zu haben,

macht glücklich und zufrieden  und wir alle haben hier ein besonderes

Werk geschaffen. Vielen Dank.

 

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