Unser kleiner Vortrag stützt sich auf zeitgenössische Zeitungen, Archivalien der Staatsarchive Hannover und Wolfenbüttel, wissenschaftliche und populäre Untersuchungen zur Sollinggeschichte, die Sievershäuser Ortschronik von Jaster und nicht zuletzt auf die Arbeit von Ortsheimatpfleger Willi Heise.

Sievershausen ist lange Zeit von unterschiedlichsten Autoren als „das Wildiebsdorf, oder –nest“ des Sollings charakterisiert worden.

Das Göttinger Tageblatt zum Beispiel denunziert den Ort 1927 in einem sehr einseitigen Bericht über die Wilddiebsprozesse als „das Wildererdorf“des Sollings schlechthin. Martha Scale, spricht in ihrer Alfelder Stadtchronik ebenfalls vom weithin bekannten Wilderernest Sievershausen.

Das Image vom geheimnisumwitterten Wildererdorf ist Sievershausen auch nach dem Zweien Weltkrieg kaum losgeworden.

Wenn man unter einem NEST ein kleines Dorf oder einen Weiler versteht, dann ist Sievershausen nie ein Wilddiebsnest gewesen. Im Gegenteil: Der Ort war viel zu groß für seine eher schlechten Erwerbsmöglichkeiten. Mit durchschnittlich   1300 Einwohnern         im 19. Jahrhundert ist Sievershausen eines der großen Dörfer des Sollings gewesen. Und eins der ärmsten Dörfer des Königreichs Hannover.

Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Die starke Zunahme der Bevölkerung war eine wichtige Ursache für den Niedergang Sievershausens.

Wohnen um 1806 1286 Menschen im Dorf, dann sind es 1821 bereits 1378. 1845 fristen 1644 Frauen, Männer und Kinder eine eher bescheidene Existenz hier am Ort.

Der Solling gehörte im frühen 19. Jahrhundert zu den dichtbesiedelten Gebieten des Königreichs. Im 18. Jahrhundert kamen gleich fünf neue Siedlungen (Silberborn, Amelith, Polier, Haje/Delliehausen und Abbecke) hinzu.

Das Bestreben der staatlichen Bevölkerungspolitik des 18. Jahrhunderts war eine Zunahme der Bevölkerung in den Waldregionen durch Rodung. Nur so ist z.B. die –sozial und wirtschaftlich völlig unsinnige- Gründung der Siedlung Abbecke 1780 zu verstehen.

Zum Bevölkerungszuwachs trugen –überall in Europa- auch eine gestiegene Lebenserwartung und eine Steigerung der agrarischen Produktivität bei.

Ein zweiter Grund für die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Sievershausen ist im Bedeutungsverlust des hier Jahrhunderte lang hergestellten Leinens zu sehen.

Flachsherstellung und –verarbeitung hatten sich in der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert im Solling so stark entwickelt, dass auch die Ausfuhr von Leinen eine große handelspolitische Bedeutung hatte.

Im 19. Jahrhundert wurde das edle Linnen mehr und mehr von der amerikanischen Baumwolle verdrängt. Die Leinenkrise nahm vielen Sollingern und Sievershäusern den wichtigsten Broterwerb.

Von dieser negativen Entwicklung im Haupternährungszweig der Sievershäuser war vor allem die dörfliche Unterschicht betroffen. Die Tagelöhner und Häuslinge, deren Zahl sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts überall im Solling spürbar vergrößert hatte, lebten von der Garnspinnerei, der Leineweberei und allen anfallenden Tagesjobs.

Acker- oder Gartenland mussten sie pachten.

Sie wohnten in sehr beengten Verhältnissen. 1837 leben 1300 Einwohner in 140 Häusern. Es kommen also etwa 9 Menschen auf ein Haus. Oft wohnt eine Familie in einer Kammer. Zählten zu einer Häuslingsfamilie durchschnittlich ca. fünf Mitglieder, so war meist kein Platz für eine ausreichende Zahl von Betten vorhanden.

Viele dieser Familien lebten von der Hand in den Mund. Das schwedische Sprichwort „Der Wald ist das Hemd der armen Leute“ galt in besonderem Maße für die Sievershäuser. Der Wald gab ihnen Beeren und Pilze, Brennholz und Bauholz. Auch Laub, um das Vieh zu streuen. Und mit Bucheckernöl backten die kleinen Leute.

Fleisch war Herrenessen und kam äußerst selten auf den Tisch. Ohne die Früchte des Waldes wären viele Sollinger im 19. Jahrhundert verhungert.

Mangelernährung, unzureichende Hygiene und eine unzulängliche medizinische Versorgung machte die Sievershäuser besonders anfällig für Krankheiten. Besonders verheerend wirkte sich die große Choleraepidemie im Jahre 1850 aus. Damals starben 147 Menschen in Sievershausen, allein am 26. August zählte man nicht weniger als 37 Tote.

Noch 1852 war die Not am Ort so groß, dass das Amt Erichsburg einschreiten musste. Sievershausens Pfarrer bat sogar in einer Hildesheimer Zeitung sogar um milde Gaben. Für 47 Kinder und 25 Erwachsene wurde zeitweilig eine Volksküche eingerichtet. „Die sonstigen Erwachsenen sind zum Teil kränklich, teils heruntergekommene Personen, schreibt das Amt an die Landdrostei inHildesheim. Die Zahl der hilfsbedürftigen Personen ist sehr groß.

1852 leben 1574 Seelen in Sievershausen.196 hilfsbedürftige Häuslings-Familien wohnen am Ort.Rechnet man fünf Personen pro Familie, sind das ca. 1000 Menschen.

Am 14. Februar 1882 melden die Sollinger Nachrichten erneut aus Sievershausen, dass dort ein „partieller Notstand“ ausgebrochen sei, dessen Linderung durch Beihilfe aus dem Amtsbezirk dringend geboten sei. Wiederum wurden Haussammlungen für die Sievershäuser in den Nachbarorten angeregt.

Natürlich betrieben die Sollinger auch Landwirtschaft. Es gab jedoch zu wenig Land und die Böden waren meist nicht besonders ertragreich.

1850 gibt das Amt Erichsburg in einem Schreiben an die Domänenkammer ein vernichtendes Urteil über die agrarischen Möglichkeiten in Sievershausen:

Ich zitiere:

Der Zustand in Sievershausen ist aus vielen Ursachen ein höchst betrübender. Der Ackerbau liefert geringen Ertrag. Der Boden der hochliegenden, den Ostwinden ausgesetzten Feldmark ist kalt, und es mangelt an Dünger. Ackerbau, Gärten und Wiesen sind im Verhältnis zu der Bevölkerung zu gering und außerdem ist der Wildschaden beträchtlich.“

Zitatende

Die Stimmung in der Bevölkerung wurde außerdem durch mehrere Ernährungskrisen gedrückt. Bereits im regenreichen Sommer 1816 hatte man im Solling kaum Getreide geerntet. In den Jahren 1828 bis 1830 fielen die Ernten wieder schlecht aus und die Getreidepreise kletterten auf Spitzenwerte. Und von 1845 bis 1847 litten die Menschen unter der Kartoffelpest. Die „Tartüffeln“ , so nannte man die Erdäpfel damals, waren schon Grundnahrungsmittel im Solling. Da sie auf den Feldern verfaulten, herrschte große Not in unseren Dörfern. Damals starben auch im Solling Menschen, weil sie angefaulte Kartoffeln verzehrten.

Eine wichtige Nebenenbeschäftigung war für die Sievershäuser Männer lange Zeit die Holztrift auf der Ilme. Bau- und Brennholz wurde von 1710 bis 1830 auf Ilme und Leine nach Hannover geflößt. Um das im Solling zu bewerkstelligen, hatte man zwei Schwemmteiche angelegt, am Lakenhaus und den Neuen Teich weiter südlich. Viele Sievershäuser Männer konnten zumindest ein paar Tage als Flößer gutes Geld verdienen, wenn sie mit Floßhaken bewaffnet den Stämmen den richtigen Weg wiesen. Auf Betreiben des Forstmeister von Seebach wurde die Holzflöße 1830 eingestellt. (Seebach versuchte den verheerenden Raubbau am Wald einzudämmen.)

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekam die Waldarbeit eine immer größere Bedeutung für die Sollinger. Auch die Männer aus Sievershausen verdingten sich beim Fiskus als Holzfäller – um im Sommer wieder arbeitslos zu sein.

Eine weitere Erwerbsquelle war der Handel mit Heilkräutern. „Medicinhändler“ aus Sievershausen waren in ganz Deutschland unterwegs und verkauften Tees, unterschiedlichste Kräuter und Hirschtalg . In einer Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1837 von Vollmann wird zudem der Handel mit Ölen hervorgehoben.

Ob damit der Handel mit Johannisöl gemeint ist, das früher im Solling als Allzweckwaffe gegen Krankheiten aller Art eingesetzt wurde, wissen wir nicht. Ob die Sieverhäuser Medizinhändler auch mit Arnikatinktur, einem ebenfalls im Solling verbreiteten Mittel der Volksmedizin handelten, können wir nur vermuten.

Bei den widrigen Erwerbsmöglichkeiten im Solling nutzten die Frauen, Männer und Kinder aus Sievershausen alle Möglichkeiten, um das tägliche Brot zu sichern. Sie banden Besen, die sie in den Nachbarorten verkauften, sammelten im Sommer Himbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren und bekamen auch dafür ein paar Taler.

Wahrscheinlich ist, dass um die Mitte des 19. Jahrhunderts junge Männer aus Sievershausen –wie viele ihrer Altersgenossen aus anderen Sollingdörfern- auch als Wanderarbeiter unterwegs waren: beim Bau der Eisenbahnstrecken, beim Bau des Hafens von Bremerhaven, als Saisonarbeiter in den boomenden mitteldeutschen Zuckerfabriken oder als Schnitte in Holland.

Und nicht zuletzt waren die Sievershäuser für ihre Musikalität bekannt und spielten auf den Kirmesfeiern der Sollingdörfer zum Tanze auf. Im 19. Jahrhundert war das die Kapelle Schwerdtfeger. Der älteste Schwerdtfeger, der den Nebenberuf eines Musikers ausübte, war der 1763 geborene Schuhmacher Carl August Gottlieb Schwerdtfeger. Sein Sohn Carl trug bereits den Titel „Amtsmusikus“. 

Bei den insgesamt gesehen Lebens- und erbärmlichen Arbeitsverhältnissen in den Walddörfern des Sollings ist es kein Wunder, dass allenthalben –wie in anderen Mittelgebirgsregionen-

Männer zur Waffe griffen, um die karge, eintönige Ernährung mit einem Reh- oder Wildschweinbraten zu ergänzen. „Das heimliche Treiben der Wilddiebe war ein offenes Geheimnis“, schreibt der Uslarer Willi Heepe. Die staatliche Obrigkeit beantwortete Wilderei mit Zwangsmaßnahmen. Förster waren im 18. und19. Jahrhundert vor allem Waldpolizisten und rühmten sich damit, wie viele Wilddiebe sie zur Strecke gebracht hatten. Walddörfer wie Schönhagen und Sievershausen wurden sogar mehrfach von Militär besetzt. So rückte im Revolutionsjahr 1848, in dem überall in Deutschland das gemeine Volk zur „Freijagd“ blies, ein Wilddiebskommando der Goslarer Jäger in Sievershausen ein. Die Fensterscheiben des Hauses, in dem die Corporale dieser Truppe untergebracht war, wurden mehrfach von den Dorfbewohnern eingeworfen. Tag für Tag führten die Soldaten Hausdurchsuchungen durch und durchkämmten ohne Ergebnis den Wald. Die bürgerkriegsähnlichen Verhältnisse verbitterten die Bevölkerung. „Die Stimmung ist diesem Commando nicht günstig“ notierte ein Amtsschreiber. „Teils weil selbige zum Schutze des Waldes dahier gelangt sind, teils weil selbige sich auch damit befasst haben, kleine Holzfrevel armer Leute, unter Wegnahme der Gerätschaften (...) zur Anzeige zu bringen.“

Im Jahre 1848, das sei hier noch angemerkt, nähten die freiheitsliebenden Sievershäuser eine schwarz-rot-goldene Revolutions-Trikolore und führten eine demokratische Ortsverfassung ein, die zumindest allen männlichen Bewohnern das gleiche Stimmrecht gab. Dieses Ortsstatut, das im Königreich Hannover einzigartig war, musste ein paar Jahre später auf Druck der Obrigkeit wieder abgeschafft werden.

 Militärische Dorfbesetzungen hat es noch ein paar Mal gegeben.

Vor allem als Schöätchen Bartels, der berühmteste Sievershäuser Wilderer, von dem später noch die Rede sein wird, aus dem Celler Zuchthaus ausrückte und im März 1869 nach Sievershausen zurückkehrte. Da die Polizei Bartels nicht fassen konnte, rückte eines Tages die Einbecker Garnison mit dem Kreishaupmann an der Spitze nach Sievershausen aus und umstellte den Ort. „Tot oder lebendig! hieß die Parole“, berichtet Heinrich Sohnrey, „Bartels flüchtete von einem Haus ins andere, und da ihm schon die Häscher dicht auf den Fersen waren, flüchtete er in eine Stube, in der eine Näherin saß, die ein Krinolinenkleid anhatte. Und im äußersten Augenblick verbirgt er sich unter der Krinoline.“

Nach dem Einbecker Militär besetzten wieder einmal die Goslarer Jäger Sievershausen – und fanden den flüchtigen, beliebten Bartels ebenfalls nicht. Einmal soll er sich sogar in einem Schornstein verborgen gehalten haben. Bartels entkam wahrscheinlich unter einem Fuder Flachs und soll nach Amerika ausgewandert sein. Die Aufregung der Behörden war allerdings so groß, dass allein aufgrund eines Gerüchtes über die Rückkehr des Schöätchen Bartels am 6. Juli 1869 erneut die Goslarer Jäger in Sievershausen eintrafen.

 Die miserablen Existenzmöglichkeiten und die massive staatliche Repression führten dazu, dass zahlreiche Sievershäuser ihr Dorf verließen.

Von den 1644 Einwohnern des Jahres 1845 lebten fünfzehn Jahre später noch 1500 in Sievershausen. 186o war die Bevölkerungszahl auf 1119 gesunken. Um 1900 pendeln sich die Einwohnerzahlen bei 1000 Frauen, Männern und Kindern ein.

Im 19. Jahrhunderts erhofften sich Tausende Sollinger Freiheit und Wohlstand in Amerika. Auswanderer aus der Dasseler Gegend begründen ihren Antrag auf Auswanderung folgendermaßen:

„Wegen Überfüllung der Menschen-Zahl in hiesiger Gegend, und weil wir für unsere Familien den nothdürftigen Unterhalt nicht gut mehr erwerben können, haben wir den festen Entschluss gefasst, gleich nach Ostern nach America zu gehen. Deshalb haben wir unsere sämtlichen Habseligkeiten zu Gelde gemacht.“

Der Häusling Ferdinand Meier aus Sievershausen stellt am 19. April 1836 ein Auswanderungsgesuch. Es ist insofern für uns interessant, als er dabei auch auf die Wilderei Bezug nimmt:

Meier schreibt (Ich zitiere):

Vor vier Jahren ist mein Vetter Karl Heinemann aus Sievershausen nach Nordamerika ausgewandert, weil er sich in Sievershausen nicht mehr ernähren konnte. Denn er hatte von Jugend auf mit seiem Vater Wilddieberei getrieben und dabei seine Gesundheit verloren, so dass er zur Arbeit untauglich war. (...) Da ich überzeugt bin, dass die Wilddieberei diejenigen, die sie trifft, wirklich ins Verderben stürz und dass ich mich ohne Wilddieberei in Sievershausen nicht mehr ernähren kann, weil ich Nichts gelernt habe: so habe ich mich entschlossen, den Wunsch meines Vetters Karl Heinemann in Nordamerika (...) in Erfüllung zu bringen.“

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gab es dann allerdings eine Alternative zur Auswanderung: nämlich der Umzug in eine Industriestadt. Viele Sollinger suchten ihr Glück im Ruhrgebiet. Andere, vor allem Tagelöhner und Häuslinge aus Sievershausen, wurden Industriearbeiter in den boomenden Fabriken von Linden bei Hannover, in Braunschweig oder Hildesheim. Zeitweilig gab es sogar einen Sollinger Heimatverein in der Landeshauptstadt.

Vor Ort verbesserten sich die Erwerbsmöglichkeiten erst mit dem Ausbau der Papiermühle Hahnemühle in Relliehausen zu einer Papierfabrik in den Jahren 1890 bis 1916. Jetzt ergaben sich ganz neue Arbeitsmöglichkeiten, auch für die Sievershäuser Unterschicht.

Auch Frauen fanden hier einen Arbeitsplatz, die ansonsten nur als Dienstmädchen oder Mägde auf den Gütern Geld verdienen konnten.

Von den ca. 140 Beschäftigten der Hahnemühle um 1914 kam schätzungsweise jeweils knapp die Hälfte aus Sievershausen und aus Hilwartshausen. Die Fabrikarbeit war sicherlich ein Fortschritt –vergleichen mit dem Elend der Häuslinge. Aber auch hier wurde den Arbeitnehmern nichts geschenkt. Unfälle an den Papiermaschinen kamen in den ersten Jahrzehnten häufig vor. Wer sich dem Prinzipal nicht unterordnete, vielleicht sogar Gewerkschaftsmitglied war, flog raus und kam auf eine schwarze Liste. Das bedeutete, dass er hier in der Gegend keine Arbeit finden konnte.

„Wir waren hier besonders erniedrigt, denn je mehr, dass der Mensch erniedrigt wird, je radikaler wird er doch auf der Suche nach Freiheit oder Gerechtigkeit.“ Diese Aussage eines alten Arbeiters aus Hilwartshausen gilt auch für Sievershausen. Die Bewohner

des Nachbardorfes suchten Freiheit und Glück vor allem in einem gesellschaftlichen Engagement. Auch in Sievershausen gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts erste Anhänger der Arbeiterbewegung. Die meisten Dorfbewohner suchten jedoch Freiheit eher im Walde. Und orientierten sich weiterhin an dem im Solling sehr verbreiteten Lied: „ Das Jagen, das ist mein Leben“. In der zweiten Strophe heißt es da:

„Das Hirschlein muß fallen

mit Pulver und Blei,

Im Wald sind wir frei!“

Alles in allem gesehen ist die Geschichte Sievershausens im 19. Jahrhundert eine Bilanz des Schreckens. In dem hannoverschen Armenhaus Solling hausen die Einwohner dieses Dorfes in der finstersten Kammer. Ihr Alltag ist ein Überlebenskampf. Wenn etliche Männer zur Waffe greifen und wildern, dann geschieht dies nicht aus Jux und Dollerei, sondern aus Not.

 

Dr. Wolfgang Schäfer und Daniel Althaus, Uslar, referierten zum Thema. „Der Mythos vom Wildererdorf Sievershausen.“ Vorgestellt wurden die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen im 19. Jahrhundert